Rotes Kreuz Flandern will Abhängigkeit von US-Plasma verringern

Das Rote Kreuz Flandern strebt an, die Abhängigkeit Belgiens von den Vereinigten Staaten bei Blutplasma deutlich zu reduzieren, indem die inländischen Plasmaspenden erheblich gesteigert werden. Laut der Tageszeitung De Standaard bezieht Belgien derzeit etwa die Hälfte seines Plasma-Bedarfs aus den USA, obwohl die allgemeine Blutversorgung stabil ist.
Die Organisation hofft, bis 2028 einen Wendepunkt zu erreichen: Dann sollen erstmals mehr Plasmaspenden als klassische Blutspenden gesammelt werden. Hintergrund ist die weltweit steigende Nachfrage nach Plasma, das zur Herstellung lebensrettender Medikamente für Patienten mit Immunschwächen, Gerinnungsstörungen und bestimmten chronischen Erkrankungen verwendet wird.
Plasma ist der gelbliche, flüssige Bestandteil des Blutes. Es besteht zu mehr als 91,5 Prozent aus Wasser und zu 8,5 Prozent aus Proteinen, Zuckern, Fetten, Salzen, Hormonen und Vitaminen. Anders als bei einer Vollblutspende wird bei einer Plasmaspende das Plasma vom Blut getrennt, während die roten Blutkörperchen dem Spender zurückgeführt werden. Da der Körper Plasma schneller ersetzt, kann alle zwei Wochen gespendet werden – im Vergleich zu etwa alle zwei Monate bei einer Blutspende.
Das Rote Kreuz Flandern betont, dass der Ausbau der Plasmasammlung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit sei. Die globale Nachfrage nach plasmabasierten Medikamenten steigt kontinuierlich, unter anderem durch medizinische Innovationen und die alternde Bevölkerung. Eine stärkere inländische Versorgung würde nicht nur Belgiens strategische Autonomie im Gesundheitswesen stärken, sondern auch größere Sicherheit in Zeiten internationaler Krisen bieten.
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