PFAS-Verunreinigung: Prozess von 1.400 Anwohnern gegen Chemiekonzern 3M beginnt

Die Klage von 1.400 Anwohnern gegen das Chemieunternehmen 3M Belgien hat am Dienstagnachmittag begonnen. Die Kläger fordern jeweils eine vorläufige Entschädigung in Höhe von 20.000 Euro wegen der PFAS-Verschmutzung rund um das 3M-Gelände in Zwijndrecht in Ostflandern sowie wegen möglicher gesundheitsschädlicher Auswirkungen.
Bei Aushubarbeiten für die Oosterweel-Verbindung am Antwerpener Autobahnring wurde festgestellt, dass die Böden rund um 3M mit PFAS kontaminiert sind. Diese Stoffe können eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme verursachen. Eine Familie mit zwei Kindern, die etwa einen Kilometer vom Werk entfernt lebt, wandte sich 2023 wegen des Problems an das Friedensgericht.
Bei der Familie wurden Tests durchgeführt, wobei ungewöhnlich hohe PFAS-Werte im Blut festgestellt wurden. Auch im Gemüsegarten der Familie wurde PFAS nachgewiesen. Diese forderte daraufhin vom Chemiekonzern eine Entschädigung auf Grundlage des zivilrechtlichen Tatbestands der „übermäßigen Nachbarschaftsbeeinträchtigung“.
Das Friedensgericht entschied, dass die Belästigung durch die Fabrik tatsächlich übermäßig sei, und sprach eine vorläufige Entschädigung von 2.000 Euro zu, also 500 Euro pro Familienmitglied. Es handelt sich um einen vorläufigen Betrag, da das tatsächliche Ausmaß des Schadens möglicherweise erst in den kommenden Jahren klar wird. Das Verfahren wurde anschließend wieder aufgenommen, um die endgültige Entschädigung festzulegen.
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