Parteichef der Flämischen Nationalisten N-VA behauptet, "Woke" kriminalisiere die westliche Gesellschaft

Bart De Wever, Vorsitzender der flämischen rechtsnationalen Partei N-VA, verurteilt in seinem neuen Buch "Over Woke" die so genannte Woke-Ideologie. Er behauptet, diese Ideologie treibe die Gesellschaft in Richtung der extremen Rechten. Der politische Philosoph Patrick Loobuyck vertritt seinerseits die Auffassung, dass man mit der Bezeichnung "woke" die Debatte tötet.

In seinem kürzlich veröffentlichten Buch "Over Woke" (Über das Erwachen) argumentiert der 52-jährige De Wever, dass der "Wokeismus" die westliche Gesellschaft kriminalisiert und alles verherrlicht, was ihr schaden kann. "Es vergeht kein Tag, an dem die Qualitätspresse nicht unserer Hässlichkeit einen Spiegel vorhält", schreibt De Wever. "Der Wokeismus schafft eine falsche Identität, die als Deckmantel dient, um andere auszuschließen."

"So erreicht man keine Emanzipation"

In einem Interview mit „De Standaard“ am Samstag präzisierte der flämische Politiker seine Aussage: "Ich habe kein Problem mit sozialen Kämpfen und verstehe, dass sie eine Polarisierung im Dienste einer neuen Synthese bezwecken. Als konservativer Politiker bin ich nicht gegen Fortschritt. Aber der Fortschritt muss das Ziel sein, nicht aber die Organisation eines Rachefeldzugs unter Bürgern, die in Opfer und Täter unterteilt werden. So erreicht man keine Emanzipation".

"Die öffentliche Debatte verkommt oft zu einer Art Konfrontation von Gegensätzen", kommentiert der politische Philosoph Patrick Loobuyck in der Samstagsausgabe von „De Morgen“. "Das führt dazu, dass sich die Menschen gegenseitig bekämpfen und einander einfach nicht mehr zuhören. Diejenigen, die Partei ergreifen, sehen manchmal nur die Hälfte der Realität.“

"Wir können frei sprechen"

"Wenn Menschen mit bestimmten Ansichten oder Eigenschaften, wie ältere weiße heterosexuelle Männer, nicht mehr frei sprechen können, ist die offene Debatte bedroht", glaubt Loobuyck. "Aber wir können frei sprechen."

Loobuyck zufolge sind die Gegner des "Wokeism" völlig weltfremd. „Dries Van Langenhove (ein ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Partei Vlaams Belang) bezeichnet Bart De Wever sogar als "woke". Und Rik Torfs (Professor an der KU Leuven und Kirchenrechtler) tut oft so, als dürfe er nichts mehr sagen, was nicht stimmt. „Die Haltung gegenüber 'woke' ist zu hysterisch. Etwas als 'woke' zu bezeichnen, tötet die Debatte".

 

#FlandersNewsService | © BELGA PHOTO DIRK WAEM

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