Mieten in Flandern: Nachfrage steigt, verfügbarer Wohnraum sinkt

Es wird immer schwieriger, in Flandern eine Mietwohnung zu finden. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Wohnungssuchenden verdoppelt, während das Angebot an Mietwohnungen zurückgegangen ist. Dieses Ungleichgewicht treibt die Mieten in die Höhe und führt dazu, dass viele Menschen monatelang oder sogar jahrelang auf Wartelisten stehen.
Alleinerziehende Eltern sind davon besonders betroffen. Eva und Lise, beide alleinerziehende Mütter mit festem Arbeitsplatz und Ersparnissen, hatten nach der Trennung von ihren Partnern monatelang Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden. Eva besichtigte innerhalb eines Jahres 47 Immobilien und wurde jedes Mal abgelehnt. Sie sagt, dass Vermieter oft Paare mit zwei Einkommen bevorzugen und möglicherweise auch Menschen mit nicht-belgischen Namen diskriminieren.
Eine verdeckte Untersuchung der VRT-Sendung WinWin hat gezeigt, dass solche Fälle keine Seltenheit sind. Von 45 Wohnungsvermietern wurden die Forscher nur zu 16 Besichtigungen eingeladen. Immobilienmakler sagen, dass 150 Bewerber für eine Immobilie keine Ausnahme sind.
Laut dem Immobiliennetzwerk CIB steigt die Nachfrage, weil immer mehr Menschen allein leben und immer mehr über 60-Jährige sich für eine Mietwohnung entscheiden. Der Mangel an Sozialwohnungen erhöht den Druck zusätzlich, da rund 200.000 Familien auf Wartelisten stehen.
Gleichzeitig sinkt die Zahl der Mietwohnungen. Steuerliche Änderungen, strengere Energievorschriften und das Wachstum von Plattformen für Kurzzeitvermietungen haben dazu geführt, dass immer mehr Vermieter einen Verkauf vorziehen.
#FlandersNewsService | © BELGA PHOTO NICOLAS MAETERLINCK