Größere Klassen und keine wöchentliche Verpflichtung: Flandern reformiert den Religionsunterricht

Ab dem 1. September haben flämische Schulen mehr Freiheit bei der Organisation des Religions- und Ethikunterrichts, wie die flämische Regierung am Montag beschlossen hat. Die Schulen sind dann nicht mehr verpflichtet, jede Woche zwei Stunden Religion oder Ethik zu unterrichten, sondern können den Unterricht beispielsweise auf einen ganzen Tag pro Monat bündeln. Die Reform war schon seit einiger Zeit in Vorbereitung.
Am Montag einigte sich die flämische Regierung auf die lang erwartete Reform der sogenannten „Lebensphilosophie”-Fächer – Ethik und die verschiedenen anerkannten Religionen – in kommunalen, städtischen, provinzialen und Gemeinschaftsschulen.
Derzeit verlangt Flandern von den Schulen, dass sie zwei Stunden pro Woche für religiöse und ethische Fächer aufwenden. Dies führt zu praktischen Problemen. Es muss eine große Anzahl von Lehrern gefunden werden, die Ethik und die Religionen – katholisch, orthodox, protestantisch, anglikanisch, jüdisch und islamisch – unterrichten. Oft unterrichten diese Lehrer dann jedoch nur kleine Gruppen.
Künftig wird Flandern den Schulen erlauben, Religions- und Ethikunterricht zu bündeln. Zum Beispiel in einem halben Tag alle zwei Wochen (zweimal zwei Stunden) oder einem ganzen Schultag pro Monat (viermal zwei Stunden). Die Schulen werden auch einfacher zusammenarbeiten, Stunden tauschen und bei Bedarf digital oder im Fernunterrichtmodus arbeiten können.
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