Gemischte Reaktionen auf Belgiens Pläne zur Übernahme der Kernkraftwerke

Belgiens Plan, seine Kernreaktoren vom Energieunternehmen Engie zu übernehmen, hat ein breites Spektrum an Reaktionen von Politikern, Wirtschaftsverbänden, Umweltorganisationen und Experten ausgelöst.
Der nukleare Sektor des Landes begrüßt den Schritt. Das Belgische Nuclear Forum zeigte sich „sehr zufrieden“ mit den Plänen der Regierung und bezeichnete sie als Zeichen starker politischer Führung.
Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen, so das Argument, sollte Belgien mehr Kontrolle über seine eigene Energieversorgung übernehmen.
Auch Wirtschaftsverbände reagierten positiv. Voka, die Vertretung der flämischen Arbeitgeber, erklärte, der Plan könne Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energie stärken, warnte jedoch vor übermäßigen Kosten für die Gesellschaft. Febeliec, die große industrielle Energieverbraucher vertritt, bezeichnete die Gespräche als notwendigen Schritt zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimazielen und betonte, dass zuverlässiger und bezahlbarer Strom für die Industrie unerlässlich sei.
Umweltorganisationen lehnen das Vorhaben jedoch entschieden ab. Greenpeace und Bond Beter Leefmilieu bezeichneten eine mögliche Verstaatlichung als „leichtfertige Entscheidung“, die die Steuerzahler Milliarden kosten und den Übergang zu erneuerbaren Energien verlangsamen könnte. Experten äußerten zudem Bedenken hinsichtlich der Komplexität des Vorhabens. Der Umweltökonom Johan Albrecht erklärte, die Verhandlungen könnten langwierig und schwierig werden und rechtliche sowie finanzielle Herausforderungen mit sich bringen.
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