Flandern rühmt sich seines landwirtschaftlichen Erfolgs, aber die Landwirte sind unzufrieden

In Flandern gibt es immer weniger landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe, und auch die Zufriedenheit der Landwirte nimmt ab. Dennoch gehört die Region zu den führenden in Europa, wenn es um den Produktionswert geht, so der neueste Agrarbericht der flämischen Regierung. Mitten während der anhaltenden Proteste im ganzen Land kamen Dutzende von verärgerten Landwirten zu der Präsentation, um ihren Unmut kundzutun.

Nach den neuesten vom flämische Landwirtschaftsminister Jo Brouns am Montag vorgestellten Zahlen ist die Zahl der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe weiter zurückgegangen. Im Jahr 2022 gab es in Flandern 22.449 landwirtschaftliche Betriebe - fast 11 Prozent weniger als 2012, also etwa ein Rückgang von einem Prozent pro Jahr. Vor zwölf Jahren gab es gar noch mehr als 25.000 Betriebe.

Auf der anderen Seite ist ein deutlicher Anstieg der Größe der verbleibenden Betriebe zu verzeichnen. So ist beispielsweise die durchschnittliche Anzahl der Tiere pro Rinderbetrieb in den letzten Jahren stark gestiegen.

Aufkaufsregelung

Die Landwirte entscheiden sich zunehmend für die Haltung von Milchkühen und Hühnern. Der Bestand an Mutterkühen und Schweinen ist dagegen stark rückläufig. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass ein Fünftel der Schweinehalter an einem Aufkaufprogramm teilnehmen wird, das die flämische Regierung im Rahmen des Stickstoffabkommens eingerichtet hat, um die Zahl der Schweine zu verringern.

Auf europäischer Ebene schneidet Flandern mit einem Produktionswert von 255.000 Euro pro Betrieb gut ab. Damit liegt die Region nach den Niederlanden und Dänemark an dritter Stelle. Außerdem ist sie nur in geringem Maße von europäischen Subventionen abhängig. "Damit sind wir auf der europäischen Bühne gleich doppelt vertreten", sagt Brouns.

Stickstoff-Einigung

Im krassen Gegensatz zum Optimismus des Ministers stand bei der Präsentation am Montag die Anwesenheit mehrerer Landwirte, die ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation kundtaten. Die aktuellen Aktionen der Landwirte in Belgien sind Teil der umfassenderen Proteste in vielen europäischen Ländern für bessere Preise und weniger strenge europäische Normen.

In Flandern richten sich die Proteste vor allem gegen das kürzlich von der flämischen Regierung verabschiedete Stickstoffabkommen, das eine Reduzierung der Stickstoffemissionen zum Ziel hat. Minister Brouns sprach mit den Landwirten, die zu den Protesten gekommen waren. Bei den Gesprächen zwischen den beiden Parteien ging es vor allem um den Stickstoffpakt. Die Landwirte erklärten, die neuen Rechtsvorschriften führten in ihrem Sektor zu einer "größeren Unsicherheit".

 

#FlandersNewsService | @BELGA PHOTO LAURIE DIEFFEMBACQ

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