Flandern führt arbeitsmarktweite Diskriminierungstests in allen Branchen ein

Die flämische Regierung hat ein einheitliches System praktischer Tests zur Messung von Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt verabschiedet, das auch Branchen einschließt, die bislang nicht durch bestehende Vereinbarungen erfasst wurden. Die Initiative soll aufzeigen, wo Diskriminierung fortbesteht, und Branchen dabei helfen, gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
Ab Dezember 2026 werden die Praxistests im Rahmen von Branchenvereinbarungen durchgeführt – Kooperationsabkommen zwischen Flandern und einzelnen Branchen mit dem Ziel, den Zugang zu Beschäftigung und Weiterbildung zu verbessern. Bisher wurden solche Tests nicht überall einheitlich durchgeführt, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse erschwerte. Der neue Ansatz soll einen standardisierten Rahmen schaffen.
Die Tests erfolgen in Form von Korrespondenzstudien, bei denen die Reaktionen auf fiktive Bewerbungen von Kandidaten mit identischen Qualifikationen, aber unterschiedlichem Alter oder ethnischem Hintergrund miteinander verglichen werden.Studien belegen durchgängig Ungleichheiten bei Einstellungspraktiken. Europäische Untersuchungen zeigen, dass ältere Bewerber fast 50 Prozent weniger positive Rückmeldungen erhalten, während internationale Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass Kandidaten mit einem Namen, der einer ethnischen Minderheit zugeordnet wird, im Schnitt 29 Prozent seltener eine positive Antwort von Arbeitgebern erhalten.
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