Flandern fordert langfristige Vision für die Zukunft der Kirchengebäude

Alle flämischen Gemeinden müssen in Zukunft eine langfristige Vision für ihre Kirchengebäude vorlegen. Viele Gemeinden haben bereits einen solchen "Zukunftsplan für Kirchen", obschon ein solcher nicht verpflichtend ist. Der flämische Innenminister Bart Somers und der Minister für das unbewegliche Kulturerbe, Matthias Diependaele, wollen dies nun ändern. Die Gemeinden sollen verpflichtet werden, bei der Erstellung der nächsten Mehrjahrespläne (2026-2031) einen Plan für die Kirchengebäude in ihrem Gebiet zu erstellen.

In Flandern gibt es fast 1.800 römisch-katholische Pfarrkirchen, aber aufgrund der zunehmenden Säkularisierung werden diese Kirchen immer weniger für ihre eigentliche religiöse Funktion genutzt. Die flämische Regierung denkt schon seit einiger Zeit über eine mögliche Umwidmung oder Zweitnutzung dieser Gebäude nach und hat zu diesem Zweck mehrere Instrumente entwickelt.

So wurden Subventionssysteme eingerichtet, und die Gemeinden wurden aktiv aufgefordert, einen kirchenpolitischen Plan vorzulegen, eine Art langfristige Vision für die Zukunft der Kirchen auf ihrem Gebiet. Ein solcher Plan ist eine Voraussetzung für den Erhalt einer erhöhten Denkmalschutz- oder Restaurierungsprämie.

Zahlen aus dem Jahr 2021 belegen, dass 236 der 300 flämischen Gemeinden, d. h. vier von fünf, bereits über einen solchen Plan verfügen. Dennoch ist er nicht verpflichtend. Genau das will die flämische Regierung jetzt ändern. Nach Ansicht der Regierung ist ein solcher Plan "ein geeigneter Instrument, um eine strukturelle Debatte über die Zukunft der Pfarrkirchen auf dem Gebiet einer Gemeinde zu führen". Konkret sollen die Gemeinden verpflichtet werden, in der nächsten Legislaturperiode einen unterzeichneten "kirchenpolitischen Plan" vorzulegen.

"Die flämische Regierung ist sich des historischen Wertes und des Umfangs des Patrimoniums der – ​ hauptsächlich römisch-katholischen – Pfarrkirchen und der Fragen, die sich um die Zukunft dieser Gebäude ranken, bewusst. Deshalb stelle ich zusätzliche finanzielle Unterstützung bereit, um die Umwidmung und Zweitnutzung von nicht geschützten Kirchen zu ermöglichen", erklärte Innenminister Bart Somers.

Auch für denkmalgeschützte Kirchen werde es mehr Möglichkeiten geben, so Minister Diependaele weiter. "Wir machen es erstmals möglich, geschützte Kirchen auch für neue Nutzungen zu fördern. Zum Beispiel sind mit kleinen Eingriffen wie einer Küche oder Sanitäranlagen zahlreiche zusätzliche Aktivitäten in bestehenden Kirchen möglich."

(BRV)

 

#FlandersNewsService | ©BELGA PHOTO JULIEN WARNAND

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